Ich habe oder hatte eine Brieffreundin.
Diese Brieffreundschaft entstand auf einem Diabetescamp. Da wir so weit voneinander entfernt wohnten, waren Briefe praktischer. In den ersten paar Jahren schrieben wir uns regelmäßig und da wir beide eine Sammelleidenschaft für Diddl hatten, waren auch immer wieder Diddlblockzettel dabei.
Irgendwann wurden ihre Antwortbriefe weniger und naja. Ich dachte mir eben meinen Teil dazu. Doch ich gab nicht auf startete immer wieder neue Versuche und versuchte mit ihr SMS zu schreiben. Dass wiederum funktionierte wieder ein paar Monate lang. Bis der Kontakt komplett abbrach.
Wir hatten allerdings begonnen unsere Ferien in ihrem Dorf zu verbringen, so sah ich sie zumindest ein mal im Jahr für eine Woche. Naja besser als gar nichts.
Mittlerweile haben wir ganz selten Kontakt zueinander.
Ich bin ja selbst auch Diabetikerin und ich glaube ich weiß warum sie mich, nennen wir es, auf Distanz hält. Sie hatte mit 15/16 die totale Kontrolle über ihren Diabetes verloren und ich hatte ihn total unter Kontrolle. Das ist dann wie ein Spiegelbild, dass einem ständig vor Augen geführt wird. Und man beginnt auch sich selbst zu kritisieren.
Mittlerweile hat sie einen Job und hat vermutlich recht wenig Freizeit. Sie hat auch einen Freund und der ist ihr wahrscheinlich wichtiger als mir einen Brief zu schreiben.
Ich habe mir schon oft gesagt, dass dies mein letzter Versuch sei mit ihr in Kontakt zu treten. Aber so lange wie unsere Freundschaft gedauert hat möchte ich sie nicht einfach wegwerfen.
Dann bis Dann
Und vergesst nicht: Lonely is so lonely lone
Steffi
